
Gründung: 2021 gegründet Übernahme von Racing Point
Erster Grand Prix: 2021 Großer Preis von Bahrain Fahrer-WM:0
Gefahrene Rennen: 119
Motor: Mercedes
Teamchef: Adrian Newey (übernimmt die Rolle Anfang 2026), davor Mike Krack, und zuletzt Andy Cowell kurzzeitig in 2025)


Aston Martin in der Formel 1 Die lange Reise zurück an die Weltspitze
Wenn ein ikonischer Name wie Aston Martin in die Formel 1 zurückkehrt, sind die Erwartungen hoch. Die Wiedergeburt als Werksteam im Jahr 2021, angetrieben durch die unbändigen Ambitionen des Eigentümers Lawrence Stroll, markierte den Beginn eines neuen, milliardenschweren Projekts, das methodisch darauf ausgelegt ist, einen Champion zu formen. Es steht in starkem Kontrast zur kurzen, erfolglosen Vergangenheit der Marke in den späten 50er Jahren. Damals scheiterte man an veralteter Technik; heute soll eine hochmoderne Infrastruktur, eine exklusive Werkspartnerschaft und eine technische Führungselite den Grundstein legen, um in Zukunft um Weltmeisterschaften zu kämpfen.
Ein kurzes Intermezzo in den 1950er und 60er Jahren
Der erste Auftritt von Aston Martin in der Formel 1 dauerte nur von 1959 bis 1960 und blieb weitgehend erfolglos. Mit den Modellen DBR4 und später dem DBR5 setzte das Team auf eine bereits veraltete Technik. Während die Konkurrenz von Cooper und Lotus bereits auf das revolutionäre Mittelmotorkonzept umgestiegen war, behielten die Aston-Martin-Boliden ihre schweren Frontmotoren bei, was sie von Beginn an ins Hintertreffen brachte.
Am Steuer saßen die talentierten Sportwagenpiloten Roy Salvadori und Carroll Shelby, doch auch sie konnten die konzeptionellen Nachteile nicht kompensieren. Das Team konnte in den beiden Saisons keinen einzigen WM-Punkt erzielen. Das beste Ergebnis war ein sechster Platz von Salvadori beim Großen Preis von Großbritannien 1959 in Aintree. Nach der Saison 1960 zog sich Aston Martin aus der Formel 1 zurück, um sich auf Sportwagenrennen zu konzentrieren. Dort war die Marke mit dem DBR1, der 1959 die 24 Stunden von Le Mans gewann, weitaus erfolgreicher.
Die Wurzeln des heutigen Teams Eine Reise durch die Zeit
Das heutige Aston-Martin-Team hat eine lange und bewegte Geschichte, die in Silverstone verwurzelt ist. Die Entwicklung von einem unabhängigen Team zu einem modernen Werksteam verlief über mehrere Jahrzehnte und Identitäten, wobei stets eine DNA operativer Exzellenz erhalten blieb.
Jordan Grand Prix (1991–2005): Gegründet von Eddie Jordan, betrat das Team 1991 die F1-Bühne und etablierte sich schnell als sympathischer „Underdog“. Es machte sich einen Ruf für die Entdeckung junger Talente und erreichte in seiner Debütsaison einen beeindruckenden vierten Platz in der Konstrukteurswertung.
Midland und Spyker (2006–2007): Es folgte eine turbulente Phase mit schnellen Besitzerwechseln und Umbenennungen zu Midland F1 und Spyker F1, die jedoch nur von kurzer Dauer war und die Stabilität des Teams gefährdete.
Force India (2008–2018): Unter der Führung von Vijay Mallya stabilisierte sich das Team und etablierte sich als „Bestes im Mittelfeld“. Mit begrenzten finanziellen Ressourcen erzielte Force India konstant starke Ergebnisse und perfektionierte die Kunst, mit maximaler Effizienz zu operieren. Ein Höhepunkt dieser Ära war der zweite Platz von Giancarlo Fisichella beim Großen Preis von Belgien 2009, der das erste Podium des Teams markierte.
Racing Point (2018–2020): Nach finanziellen Schwierigkeiten wurde das Team 2018 von einem Konsortium unter der Leitung von Lawrence Stroll übernommen, was die Finanzen stabilisierte und den Grundstein für zukünftige Ambitionen legte. Der absolute Höhepunkt dieser Zeit war der überraschende Sieg von Sergio Pérez Sergio Pérez Voller Name: Sergio Michel Pérez Mendoza Spitznamen: „Checo“, „Minister of Defence“ Geburtsdatum: 26. Januar 1990 Geburtsort: Guadalajara, Mexiko Nationalität: Mexikanisch Größe: ca. 1,73 m Startnummer (F1): 11 Aktuelles Team (Ende... beim Sakhir Grand Prix 2020 – der erste Sieg für das Team aus Silverstone seit den Jordan-Tagen.
Die Rückkehr einer Legende die moderne Aston Martin-Ära
Mit der Umbenennung in Aston Martin im Jahr 2021 begann ein neues Kapitel, das von hohen Investitionen und einer klaren strategischen Vision geprägt ist. Die folgenden Saisons waren entscheidende Kapitel im Masterplan von Lawrence Stroll.
Ein schwieriger Neustart (2021–2022): Nach 61 Jahren Abwesenheit kehrte die Marke mit einer neuen Lackierung in British Racing Green zurück. Die Fahrerpaarung aus dem viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel und Lance Stroll Lance Stroll Voller Name: Lance Stroll Spitznamen: „Lance“ Geburtsdatum: 29. Oktober 1998 Geburtsort: Montreal, Québec, Kanada Nationalität: Kanadisch (fährt jedoch oft mit belgischen Wurzeln mütterlicherseits im Hinterkopf, aber unter kanadischer Flagge) Größe:... sollte für Erfolge sorgen. Vettel sicherte beim Großen Preis von Aserbaidschan 2021 mit einem zweiten Platz das erste Podium für das moderne Aston-Martin-Team. Dennoch beendete das Team die Saisons 2021 und 2022 jeweils nur auf dem siebten Platz in der Konstrukteurswertung und lernte harte Lektionen unter dem neuen Aerodynamik-Reglement. Am Ende der Saison 2022 gab Vettel seinen Rücktritt bekannt.
Der überraschende Aufstieg (2023): Die Saison 2023 markierte einen bedeutenden Durchbruch und diente als „Proof-of-Concept“ für die neue Designphilosophie unter der Leitung des von Red Bull abgeworbenen Dan Fallows. Mit dem zweifachen Weltmeister Fernando Alonso Fernando Alonso Voller Name: Fernando Alonso Díaz Spitznamen: „El Nano“, „Magic Alonso“, „Der Samurai“ Geburtsdatum: 29. Juli 1981 (44 Jahre alt) Geburtsort: Oviedo, Asturien (Spanien) Nationalität: Spanisch Größe: ca. 1,71 m Startnummer... als neuem Fahrer und dem beeindruckenden AMR23 startete das Team furios. Alonso erzielte in den ersten acht Rennen sechs Podiumsplätze, und das Team war zu Beginn der Saison die überraschend zweite Kraft im Feld. Im Laufe des Jahres fiel man jedoch im Entwicklungsrennen zurück, was eine kritische Lektion über die Notwendigkeit kontinuierlicher Innovation darstellte, und beendete die Saison auf dem fünften Platz.
Konsolidierung und Vorbereitung (2024–2025): Die Saison 2024 entpuppte sich als herber Rückschlag. Obwohl das Team erneut den fünften Platz in der Konstrukteurswertung belegte, brach die Punkteausbeute von 280 im Vorjahr auf nur 94 ein – ein klares Indiz dafür, dass man im gnadenlosen Entwicklungsrennen der Formel 1 den Anschluss verloren hatte. Daraufhin wurde die Saison 2025 bewusst als strategisches Übergangsjahr geopfert. Viele Teile wurden vom Vorgängerauto übernommen, um wertvolle Ressourcen vollständig auf die Entwicklung des völlig neuen Autos für 2026 zu konzentrieren. Das Team schloss die Saison auf dem siebten Platz ab – ein kurzfristiger Rückschlag im Dienste eines langfristigen Ziels.
Der Plan für 2026
Um den Sprung an die absolute Spitze zu schaffen, hat Aston Martin massiv investiert und sich für die große Regeländerung 2026 neu aufgestellt. Jeder Baustein ist Teil eines sorgfältig orchestrierten Plans.
Der neue AMR Technology Campus: Die hochmoderne Fabrik in Silverstone ist ein echter „Game-Changer“. Sie beherbergt einen eigenen Windkanal, der dem Team ab März 2025 volle technische Autonomie verschafft und die jahrzehntelange Abhängigkeit von den Mercedes-Anlagen beendet. Alles befindet sich nun unter einem Dach, was die Entwicklung beschleunigt und die Effizienz steigert.
Die Honda-Werkspartnerschaft: Ab 2026 wird Aston Martin der exklusive Motorenpartner von Honda. Dieser „Werksteam“-Status ist entscheidend, da er eine maßgeschneiderte Integration von Chassis und Motor ermöglicht. Zum ersten Mal seit 2008 wird das Team wieder seine eigenen Getriebe und Hinterradaufhängungen entwickeln, anstatt diese als „Black Box“ von einem Konkurrenten zu beziehen – ein fundamentaler Schritt zur vollständigen technischen Souveränität. Ein wichtiger Meilenstein wurde am 31. Dezember 2025 erreicht, als der AMR26 mit dem neuen Honda-Motor zum ersten Mal erfolgreich gestartet wurde („Fire-up“).
Das technische „Dream Team“: Die Personalstruktur wurde gezielt mit den besten Köpfen der Branche verstärkt, was zu einer strategischen Neuordnung der Führungsebene führte:
1. Adrian Newey: Der erfolgreichste Designer der F1-Geschichte (26 Weltmeistertitel) wurde als Managing Technical Partner verpflichtet. Seine Verpflichtung ist mehr als nur ein Arbeitsvertrag; als Anteilseigner des Teams signalisiert er ein tiefes, langfristiges Engagement. Ab 2026 übernimmt er zusätzlich die Rolle des Team Principal und erhält damit die volle Kontrolle über die technische und sportliche Ausrichtung.
2. Andy Cowell: Der ehemalige Mercedes-Motorenchef durchlief eine geplante Entwicklung seiner Rolle: Nach seinem Einstieg als CEO und einer Übergangssaison als Teamchef 2025, wechselt er 2026 in die neu geschaffene Position des Chief Strategy Officer. Seine Aufgabe ist es, die technische Partnerschaft zwischen dem Team, Honda, Titelsponsor Aramco und Valvoline zu optimieren.
3. Weitere Schlüsselpersonalien: Der ehemalige Ferrari-Technikchef Enrico Cardile wurde als Chief Technical Officer für die Entwicklung im Werk verpflichtet, während der frühere Teamchef Mike Krack seine Erfahrung in der neuen Rolle des Chief Trackside Officer an der Rennstrecke einbringt.
Die 2026-Revolution und die große Chance: Die neuen Regeln für 2026 sind radikal: eine 50/50-Leistungsaufteilung zwischen Verbrennungs- und Elektromotor, 100 % nachhaltige Kraftstoffe und eine aktive Aerodynamik. Diese Regeländerung gilt als goldene Gelegenheit, die etablierte Hackordnung zu durchbrechen. Die Partnerschaft mit Aramco ist dabei mehr als nur ein Sponsoring; sie ist ein technischer Wettbewerbsvorteil. Durch die bereits erfolgte Belieferung der Formel 2 und 3 mit 100 % nachhaltigen Kraftstoffen hat Aramco riesige Datenmengen gesammelt, die dem Team einen unschätzbaren Vorsprung bei der Entwicklung verschaffen.
Die Geschichte des Teams aus Silverstone ist eine von ständiger Transformation – von den bescheidenen Anfängen als Jordan Grand Prix über die hocheffiziente Ära von Force India, deren DNA als Underdog die Grundlage bildete, bis hin zum heutigen, kompromisslos ehrgeizigen Aston-Martin-Projekt. Noch nie in seiner über 30-jährigen Geschichte hatte das Team eine derartige Konzentration an Ressourcen, Infrastruktur und technischem Know-how. Die entscheidende Frage wird sein: Reicht die Kombination aus dem neuen AMR Technology Campus, der exklusiven Honda-Partnerschaft und der genialen technischen Führung unter Adrian Newey aus, um den Traum vom Weltmeistertitel endlich zu verwirklichen? Die Formel 1 wartet gespannt auf die Antwort im Jahr 2026.
Was meinst du, wird Stroll endlich beweisen das man sich mit Geld doch einen WM Titel und Erfolg kaufen kann?
